Beim Rechnen bis 20 stocken viele Kinder nicht an der Aufgabe selbst, sondern an der Frage, welche Zahlen zusammen eine bestimmte Summe ergeben. Die sogenannten verliebten Zahlen bis 20 helfen dabei, Zahlenpaare sicher abzurufen, Plus- und Minusaufgaben schneller zu lösen und den Zehnerübergang zu verstehen. Ich zeige die vollständige Übersicht, einfache Merkhilfen, passende Übungen für zu Hause und typische Fehler, die den Lernfortschritt bremsen.
Die wichtigsten Zahlenpaare auf einen Blick
- 0 und 20 ergeben zusammen 20.
- 1 und 19, 2 und 18 sowie 3 und 17 sind weitere passende Paare.
- Die mittlere Kombination lautet 10 + 10 = 20.
- Die Reihenfolge spielt keine Rolle, denn 7 + 13 ist genauso viel wie 13 + 7.
- Am besten lernen Kinder die Paare zuerst mit Plättchen, Würfeln oder Fingern, bevor sie sie auswendig abrufen.

Was verliebte Zahlen bis 20 in der Grundschule bedeuten
Bei diesen Zahlenpaaren geht es um zwei Zahlen, deren Summe 20 beträgt. Aus 6 und 14 wird also die Aufgabe 6 + 14 = 20. Die Bezeichnung ist ein kindgerechtes Bild dafür, dass zwei Zahlen zusammengehören.
Im deutschen Anfangsunterricht wird der Ausdruck allerdings häufig für Zahlenpaare verwendet, die 10 ergeben. Deshalb lohnt sich eine klare Unterscheidung. Bei 10 heißen die Paare beispielsweise 3 und 7, bei 20 sind es 3 und 17. Ich würde Kindern immer zuerst sagen, welche Zielzahl gemeint ist, damit kein unnötiges Durcheinander entsteht.
Die Zerlegung der 20 ist nicht bloß eine Liste zum Auswendiglernen. Sie unterstützt das Ergänzen auf den nächsten Zehner, das Rechnen mit Überschreitung des Zehners und später auch Aufgaben wie 20 - 8 oder 17 + 3. Genau deshalb ist es sinnvoll, die Beziehungen zwischen den Zahlen zu verstehen, statt nur einzelne Paare abzufragen.
Alle Zahlenpaare mit der Summe 20
Die vollständige Übersicht beginnt bei 0 und endet bei 20. Für das Lernen genügt es meistens, jedes Paar einmal zu merken, weil die Umkehrung automatisch dazugehört. Wer 4 + 16 kennt, kann auch 16 + 4 lösen.
| Zahlenpaar | Rechenaufgabe | Umkehrung |
|---|---|---|
| 0 und 20 | 0 + 20 = 20 | 20 + 0 = 20 |
| 1 und 19 | 1 + 19 = 20 | 19 + 1 = 20 |
| 2 und 18 | 2 + 18 = 20 | 18 + 2 = 20 |
| 3 und 17 | 3 + 17 = 20 | 17 + 3 = 20 |
| 4 und 16 | 4 + 16 = 20 | 16 + 4 = 20 |
| 5 und 15 | 5 + 15 = 20 | 15 + 5 = 20 |
| 6 und 14 | 6 + 14 = 20 | 14 + 6 = 20 |
| 7 und 13 | 7 + 13 = 20 | 13 + 7 = 20 |
| 8 und 12 | 8 + 12 = 20 | 12 + 8 = 20 |
| 9 und 11 | 9 + 11 = 20 | 11 + 9 = 20 |
| 10 und 10 | 10 + 10 = 20 | 10 + 10 = 20 |
Eine einfache Regel hilft beim Kontrollieren. Wird die erste Zahl jeweils um 1 größer, wird die zweite Zahl um 1 kleiner. Nach 8 und 12 folgen 9 und 11, danach 10 und 10. Dieses Muster ist oft leichter zu erkennen als eine isolierte Reihe von Ergebnissen.
So versteht das Kind die Paare statt sie nur aufzusagen
Ich beginne bei jüngeren Kindern mit sichtbaren Mengen. Lege zum Beispiel 20 Plättchen in zwei Reihen und verschiebe die Trennlinie. Liegen links 6 Plättchen, müssen rechts 14 liegen, damit die Gesamtmenge gleich bleibt.
Die Ergänzungsfrage nutzen
Statt sofort nach dem Partner zu fragen, formuliere ich die Aufgabe als Ergänzung. Bei „8 plus wie viel ergibt 20?“ kann das Kind zunächst bis zum nächsten Zehner und danach weiterdenken. Von 8 bis 10 fehlen 2, von 10 bis 20 fehlen noch 10, also lautet die gesuchte Zahl 2 + 10 = 12.
Diese Strategie macht aus einer auswendig gelernten Antwort eine nachvollziehbare Rechenhandlung. Sie ist besonders hilfreich, wenn ein Kind 12 zwar kennt, aber das Paar 8 und 12 noch nicht sicher abrufen kann.
Die Zahlengerade und das Zahlenhaus
Auf einer Zahlengeraden lässt sich zeigen, wie weit eine Zahl noch bis 20 entfernt ist. Bei 15 sind es 5 Schritte, bei 17 nur 3. Zahlenhäuser funktionieren ähnlich: Im Dach steht die 20, in den beiden unteren Feldern stehen die passenden Teilzahlen.
Für den Alltag zu Hause reichen Papier, Stift und ein paar kleine Gegenstände. Ich halte fertige Arbeitsblätter nicht für notwendig, wenn das Kind die Mengen selbst legen, verschieben und erklären darf. Das aktive Tun bringt meist mehr als zehn Minuten reines Abschreiben.
Übungen, die zu Hause wirklich funktionieren
Kurze Einheiten von 5 bis 10 Minuten sind für diese Lernstufe meist sinnvoller als eine lange Übungsrunde. Entscheidend ist, dass das Kind nicht nur das Ergebnis nennt, sondern gelegentlich auch erklärt, woher es kommt.
Fehlende Zahl ergänzen
- 5 + __ = 20
- __ + 13 = 20
- 9 + __ = 20
- __ + 6 = 20
Bei jeder Aufgabe kann das Kind anschließend die Umkehrung bilden. Aus 5 + 15 = 20 wird dann 15 + 5 = 20. So werden Addition und Tauschaufgaben miteinander verbunden.
Kartenpaare finden
Schreibe die Zahlen von 0 bis 20 auf einzelne Karten und mische sie. Das Kind zieht eine Karte, zum Beispiel die 7, und sucht die 13. Für eine spielerische Variante liegen alle Karten offen, und jedes gefundene Paar darf behalten werden.
Ich würde die Karten nicht zu früh unter Zeitdruck einsetzen. Erst wenn die Paare verstanden sind, kann ein kurzer Zeitrahmen von zwei bis drei Sekunden helfen, den sicheren Abruf zu trainieren. Geschwindigkeit ist dabei ein Ergebnis der Sicherheit und kein Ersatz für Verständnis.
Würfelspiel mit zwei Würfen
Würfle mit einem normalen Würfel und frage nach der Ergänzung bis 20. Bei einer 4 muss das Kind die 16 nennen. Mit zwei Würfeln wird es anspruchsvoller, weil die gewürfelte Summe zuerst berechnet und anschließend bis 20 ergänzt wird.
Für Kinder, die gern in Bewegung lernen, kannst du Zahlenkarten im Raum verteilen. Eine Karte zeigt die Ausgangszahl, die passende Partnerzahl muss gefunden und gemeinsam laut ausgesprochen werden. Solche kleinen Bewegungsanteile sind besonders nützlich, wenn stilles Sitzen die Konzentration schnell erschöpft.
Typische Fehler und passende Hilfe
Der häufigste Fehler ist das Verwechseln der Zielzahl. Ein Kind kennt vielleicht die Zerlegungen der 10 und antwortet auf „7 plus wie viel ergibt 20?“ mit 3. Das ist kein Zeichen fehlender Mathematik, sondern oft ein Hinweis darauf, dass 10 und 20 sprachlich nicht klar getrennt wurden.
Ich würde in diesem Fall nicht einfach korrigieren, sondern beide Aufgaben nebeneinanderlegen. 7 + 3 = 10 und 7 + 13 = 20 zeigen sofort, warum die zweite Ergänzung größer sein muss.
Wenn das Kind weiterzählt
Weiterzählen ist am Anfang eine sinnvolle Strategie. Problematisch wird es erst, wenn das Kind bei jeder einfachen Aufgabe wieder von 1 an zählt und dadurch viel Zeit verliert. Dann helfen strukturierte Mengenbilder, ein Zehnerfeld und Fragen wie „Wie viele fehlen noch bis 10?“.
Wenn vertauschte Paare unsicher sind
Manche Kinder können 6 + 14 lösen, zögern aber bei 14 + 6. Hier lohnt sich der Hinweis auf die Tauschaufgabe. Die Reihenfolge verändert die Summe nicht, solange beide Zahlen addiert werden.
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Wenn einzelne Paare dauerhaft fehlen
Bleiben etwa 7 und 13 oder 8 und 12 unsicher, sollte nicht die ganze Reihe wiederholt werden. Übe lieber genau diese zwei oder drei Kombinationen in verschiedenen Formen, zum Beispiel als Bild, Plusaufgabe, Minusaufgabe und kurze Alltagssituation.
Eine Pause ist sinnvoll, wenn Frust entsteht. Beim häuslichen Lernen beobachte ich immer wieder, dass ein Kind nach einer kurzen Unterbrechung deutlich besser rechnet als nach weiteren zehn erzwungenen Aufgaben. Ruhe und Wiederholung bringen hier meist mehr als zusätzlicher Druck.
Warum die Zerlegung der 20 später weiterhilft
Die Zahlenpaare bereiten auf Rechenwege vor, die im Zahlenraum bis 100 wieder auftauchen. Wer 8 und 12 sicher verbindet, kann zum Beispiel 28 + 12 leichter als Ergänzung zum nächsten Zehner verstehen. Das Muster bleibt gleich, nur der Zahlenraum wird größer.
Auch bei Minusaufgaben zeigt sich der Nutzen sofort. Bei 20 - 7 muss das Kind nicht rückwärts zählen, sondern kann die passende Ergänzung erkennen. 7 und 13 gehören zusammen, deshalb ist 20 - 7 = 13.
Die Übung ersetzt nicht jede andere Rechenstrategie. Kinder sollten weiterhin Mengen darstellen, zählen, vergleichen und verschiedene Lösungswege kennenlernen. Die Zahlenpaare sind ein wichtiges Werkzeug, aber kein isoliertes Lernziel.
Mit sicheren Zahlenpaaren wird Rechnen bis 20 leichter
Für den Anfang reicht eine kleine, regelmäßige Routine. Nimm täglich zwei oder drei Zahlenpaare, lasse sie legen oder zeichnen und frage danach die passende Plus- und Minusaufgabe ab. So wächst aus einer einzelnen Merkhilfe nach und nach ein tragfähiges Verständnis für die Zerlegung der 20.
Wenn ein Kind die Paare noch nicht sofort nennt, ist das völlig in Ordnung. Entscheidend ist, dass es erklären kann, warum zu 9 die 11 gehört und zu 14 die 6. Sobald dieses Verständnis sicherer wird, kommt der schnelle Abruf meist ganz von selbst.