Gerade und ungerade Zahlen einfach erklärt

Zahlen-Chaos: gerade Zahlen in Rot, ungerade in Blau. 9, 30, 18, 11, 67, 100, 50, 54, 17, 4, 77, 14, 99, 5, 13, 81, 41, 84, 35, 73, 94, 12, 7, 39, 10, 6, 23, 42, 3, 25.

Geschrieben von

Luzia Kaufmann

Veröffentlicht am

22. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

Beim Aufteilen von Plättchen, Äpfeln oder Legosteinen zeigt sich schnell, ob am Ende ein Teil übrig bleibt. Genau darum geht es bei geraden und ungeraden Zahlen. Ich erkläre die Grundidee, einfache Prüfregeln, anschauliche Übungen für zu Hause und die typischen Denkfehler, die Kindern dabei begegnen.

Mit zwei Regeln lässt sich jede ganze Zahl einordnen

  • Gerade Zahlen lassen sich ohne Rest in Zweiergruppen aufteilen.
  • Ungerade Zahlen lassen dabei genau ein Element übrig.
  • Bei ganzen Zahlen genügt oft der Blick auf die letzte Ziffer.
  • Die Zahl 0 ist gerade, weil 0 durch 2 teilbar ist.
  • Praktische Materialien machen das Verständnis meist leichter als reines Auswendiglernen.

Gerade Zahlen lassen sich ohne Rest teilen

Eine Zahl ist gerade, wenn sie sich in gleich große Zweiergruppen zerlegen lässt. Bei 6 sehen wir zum Beispiel drei Paare: 2 + 2 + 2. Es bleibt nichts übrig, deshalb ist 6 gerade.

In der Mathematik bedeutet das, dass eine gerade Zahl ohne Rest durch 2 teilbar ist. Der Fachbegriff dafür lautet Parität. Er beschreibt, ob eine ganze Zahl gerade oder ungerade ist.

Zahl Aufteilung in Paare Ergebnis
4 2 + 2 gerade
8 2 + 2 + 2 + 2 gerade
12 6 Zweiergruppen gerade
0 0 Zweiergruppen gerade

Auch die 0 ist eine gerade Zahl. Das wirkt auf manche Kinder zunächst überraschend, ist aber logisch: 0 lässt sich durch 2 teilen, ohne dass ein Rest entsteht. Die Rechnung lautet 0 : 2 = 0.

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Die letzte Ziffer gibt einen schnellen Hinweis

Bei ganzen Zahlen im Zehnersystem genügt meistens ein Blick auf die letzte Ziffer. Endet eine Zahl auf 0, 2, 4, 6 oder 8, ist sie gerade. Das gilt genauso für große Zahlen wie 1.246 oder 78.530, weil für die Teilbarkeit durch 2 nur die Einerstelle entscheidend ist.

Ungerade Zahlen lassen beim Paaren etwas übrig

Bei einer ungeraden Zahl entstehen zwar ebenfalls Zweiergruppen, aber ein Element bleibt allein. 7 lässt sich beispielsweise als 2 + 2 + 2 + 1 darstellen. Deshalb ist 7 ungerade.

Zu den ungeraden Zahlen gehören 1, 3, 5, 7 und 9. Danach setzt sich das Muster fort. Die Zahlen wechseln sich regelmäßig ab, sodass auf jede gerade Zahl eine ungerade folgt und umgekehrt.

Ungerade Zahl Mögliche Zerlegung Übrig bleibt
5 2 + 2 + 1 1
9 2 + 2 + 2 + 2 + 1 1
15 7 Zweiergruppen + 1 1

Die Endziffern 1, 3, 5, 7 und 9 zeigen bei ganzen Zahlen sofort, dass die Zahl ungerade ist. Bei 135 muss ein Kind also nicht alle Ziffern untersuchen. Die 5 an der Einerstelle reicht für die Entscheidung aus.

So wird das Thema zu Hause anschaulich

Ich würde mit echten Gegenständen beginnen und nicht mit einem Arbeitsblatt. Geeignet sind Knöpfe, Münzen, Bauklötze oder Nudeln. Das Kind legt immer zwei gleiche Mengen nebeneinander und prüft, ob beide Seiten gleich viele Gegenstände enthalten.

  1. Lege zum Beispiel 6 Plättchen auf den Tisch.
  2. Verteile sie abwechselnd auf zwei Plätze.
  3. Frage, ob beide Plätze gleich viele Plättchen haben.
  4. Wiederhole die Übung mit 7, 8, 9 und 10 Plättchen.
  5. Lass das Kind anschließend erklären, warum eine Zahl gerade oder ungerade ist.

Besonders hilfreich ist die Sprache „gerecht teilen“. Bei 8 Keksen bekommt jedes Kind 4 Stück. Bei 9 Keksen erhält jedes Kind 4 und ein Keks bleibt übrig. Diese Alltagssituation ist für viele Kinder verständlicher als die abstrakte Aussage „durch 2 teilbar“.

Auch Bewegung funktioniert gut. Ich lasse Kinder abwechselnd rechts und links auf eine Zahlenreihe zeigen oder bei geraden Zahlen klatschen. So verbinden sich Sehen, Sprechen und Bewegung, was gerade bei unsicheren Rechnern einen spürbaren Unterschied machen kann.

Rechenregeln machen das Muster sichtbar

Wenn die Grundidee sitzt, können Kinder erkennen, was beim Addieren und Multiplizieren passiert. Das ist mehr als eine Merkhilfe, denn die Regeln erklären, warum bestimmte Ergebnisse immer gerade oder ungerade sind.

Rechnung Beispiel Ergebnis
gerade + gerade 4 + 6 = 10 gerade
ungerade + ungerade 5 + 7 = 12 gerade
gerade + ungerade 8 + 3 = 11 ungerade
gerade × beliebige Zahl 6 × 5 = 30 gerade
ungerade × ungerade 3 × 7 = 21 ungerade

Beim Addieren zweier ungerader Zahlen verschwinden die beiden einzelnen Reste praktisch zu einem neuen Paar. Deshalb ist 5 + 7 = 12 gerade. Bei der Multiplikation reicht dagegen schon ein gerader Faktor, damit das Ergebnis gerade wird.

Für die Grundschule

genügt es, diese Regeln zunächst mit Beispielen zu entdecken. Ich würde Kinder nicht dazu drängen, sie sofort auswendig aufzusagen. Besser ist die Frage, wie viele einzelne Plättchen übrig bleiben.

Typische Denkfehler lassen sich leicht vermeiden

Ein häufiger Fehler besteht darin, dass Kinder die Größe einer Zahl mit ihrer Eigenschaft verwechseln. Die 100 ist zwar größer als die 99, aber beide Zahlen werden nicht deshalb gerade oder ungerade. Entscheidend ist allein, ob eine Teilung in Zweiergruppen ohne Rest möglich ist.

Manchmal wird auch die 0 vergessen oder als „keine richtige Zahl“ behandelt. Hier hilft eine kurze Rechnung wie 0 : 2 = 0. Ebenso wichtig ist der Hinweis, dass die Endziffer-Regel für ganze Zahlen gilt. Dezimalzahlen und Brüche werden in der Grundschule meist zunächst getrennt betrachtet.

  • 2 ist gerade, obwohl sie die kleinste positive gerade Zahl ist.
  • 1 ist ungerade, weil beim Teilen durch 2 ein Rest von 1 bleibt.
  • Eine Zahl mit der Endziffer 5 ist ungerade, nicht gerade.
  • Bei großen Zahlen muss nicht jede Ziffer geprüft werden, sondern nur die Einerstelle.

Für das Üben zu Hause reichen meist 5 bis 10 Minuten. Eine gute Routine besteht aus drei Zahlen zum Legen, drei Zahlen zum Erkennen und zwei kleinen Rechnungen. Sobald das Kind sicher begründet, warum eine Zahl gerade oder ungerade ist, sollte die Übung enden und nicht unnötig verlängert werden.

Ein sicherer Merksatz für den Alltag

Der einfachste Merksatz lautet: Gerade Zahlen bilden vollständige Zweiergruppen, ungerade Zahlen lassen einen Rest von 1. Bei größeren ganzen Zahlen hilft zusätzlich der Blick auf die letzte Ziffer.

Ich würde den Schwerpunkt nicht auf das schnelle Ankreuzen legen, sondern auf die Begründung. Wer erklären kann, warum 18 gerade und 19 ungerade ist, hat das Prinzip verstanden und kann es später auch bei größeren Zahlen und Rechenaufgaben zuverlässig anwenden.

Häufig gestellte Fragen

Eine gerade Zahl lässt sich ohne Rest durch 2 teilen und in vollständige Zweiergruppen aufteilen. Bei ganzen Zahlen reicht meist der Blick auf die letzte Ziffer: 0, 2, 4, 6 oder 8 zeigen eine gerade Zahl an.

Die 0 ist gerade, weil sie ohne Rest durch 2 teilbar ist. Die Rechnung lautet 0 : 2 = 0, sodass keine einzelne Einheit übrig bleibt.

Geeignet sind Knöpfe, Münzen, Bauklötze oder Nudeln. Das Kind verteilt beispielsweise 6, 7, 8, 9 und 10 Gegenstände auf zwei Plätze und prüft, ob beide Seiten gleich viele enthalten oder ein Gegenstand übrig bleibt.

Gerade plus gerade ergibt eine gerade Zahl, ebenso ungerade plus ungerade. Gerade plus ungerade ergibt eine ungerade Zahl. Bei einer Multiplikation wird das Ergebnis gerade, sobald mindestens ein Faktor gerade ist; ungerade mal ungerade bleibt ungerade.

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Luzia Kaufmann

Luzia Kaufmann

Ich heiße Luzia und begleite seit fünf Jahren Familien beim Lernen zu Hause, mit Schwerpunkt auf Bildung und Lerntherapie. Meine Arbeit auf anja-dunkelmann.de ist für mich eine Herzensangelegenheit, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig es ist, Lernschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu fördern. Mir ist wichtig, schwierige Zusammenhänge einfach zu erklären und praktische Tipps für den Alltag zu geben. Dabei binde ich stets aktuelle Erkenntnisse aus der Bildungsforschung ein und recherchiere meine Inhalte sorgfältig, damit Sie sich auf verlässliche und nützliche Informationen verlassen können.

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